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News/Einsatzchronik

06/2013: Brombachsee - Erfolgreiche Suche nach 10 Jahre vermisster Person

Vermisster Segler nach 10 Jahren gefunden


Sidescan-"Fisch" im Wasser

Mai 2003 – Ein 43-jähriger Segler wird im Großen Brombachsee nach der Kenterung seines Bootes vermisst und bleibt trotz monatelanger Suche verschwunden.
 
Juni 2013 – Während einer Sidescan-Schulung der Wasserwacht Georgensgmünd durch die Münchner Firma Tauchdienste gelingt es, den Leichnam des vermissten Seglers zu orten.
 
In einer Einzelfortbildung des technischen Leiters der Wasserwacht Georgensgmünd sollten die Einsatzmöglichkeiten von Sidescansonar, Unterwasserroboter und Echolot sowie die entsprechende Vorgehensweise anhand einer realen Zielsetzung vermittelt werden; der Fund des seit 10 Jahren verschollenen Mannes ist eine weitere Bestätigung des angewendeten Verfahrens. Für die Suche nach dem Vermissten wurden in der Vergangenheit bereits verschiedene Maßnahmen ergriffen wie der Einsatz von Tauchern, Leichenspürhunden, Sidescansonar und Echolot.
 
Der technische Leiter der Georgensgmünder Wasserwacht, Florian Förthner, und Christian Müller, Inhaber der Ein-Mann-Firma Tauchdienste, hatten die neuerliche Suche gründlich vorbereitet. Förthner, der bereits im Mai 2003 direkt nach dem Unglück an der Erstsuche beteiligt war, recherchierte noch verfügbare Informationen; unter Berücksichtigung aller Eckdaten erarbeiteten er und Müller ein Suchgebiet von 500 x 1000 Meter, auf dessen Grundlage die Wasserwacht eine detaillierte Tiefenkarte erstellte.
 
Die flächendeckende Absuche des festgelegten Areals führten Förthner und Müller Anfang Juni 2013 mit dem hochauflösenden Sidescansonar der Firma Tauchdienste durch. Zwei Tage lang steuerten sie das Boot der Wasserwacht über die zahlreichen Bahnen des Suchgebietes, wobei das Boot nie mehr als 2 Meter vom zuvor berechneten Kurs abkommen durfte: jede größere Abweichung hätte ein erneutes Abfahren der Bahn erforderlich gemacht, um eine lückenlose Erfassung des Gebietes zu gewährleisten. Der Sidescan-„Fisch“ musste dabei möglichst knapp über den Grund des Stausees geführt werden. Das Abscannen des Gewässerbodens erwies sich wie erwartet durch die Topographie der gefluteten Landschaft mit all ihren natürlichen und künstlichen Strukturen und dem damit verbundenen häufigen Wechsel der Wassertiefe von bis zu 7 Metern innerhalb kurzer Strecken als sehr anspruchsvoll, die vorliegende Tiefenkarte war hilfreich.
 
Im Anschluss an das Scannen des Suchgebietes werteten Förthner und Müller die erfassten Daten vier Tage lang akribisch aus; mehrere hundert gefundene Objekte und Anomalien des Gewässergrundes mussten nach Relevanz sortiert und klassifiziert werden. Es kristallisierten sich 10 Punkte heraus, die einer visuellen Überprüfung mit dem Unterwasserroboter (ROV) der Wasserwacht Georgensgmünd unterzogen werden sollten. Der ROV wurde zusätzlich mit einem Rundum-Sonar der Firma Tauchdienste ausgerüstet, um in dem schwierigen Gelände die Orientierung zu erleichtern und das gezielte Anfahren von Objekten auch bei den schlechten Sichtverhältnissen im Großen Brombachsee zu ermöglichen. Bereits der vielversprechendste erste Punkt auf der Liste stellte sich als der Leichnam der gesuchten Person heraus.
 
Die Bergung des Leichnams durch die Polizei wurde vom ROV der Wasserwacht und dem Rundum-Sonar der Firma Tauchdienste unterstützt. Die Ergebnisse der gerichtsmedizinischen Untersuchung belegen zweifelsfrei die Identität des Mannes.
 
Weitergehende Auskünfte über diesen Fall erteilt die Pressestelle des Polizeipräsidiums Mittelfranken.

   

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